WELPENFÖRDERKURS

In kurzen Einheiten soll der Welpe an verschiedenen Bodenuntergrund gewöhnt werden. Kleine Treppen oder auch bewegliche Untergründe. Geräuschkulissen, öffentliche Verkehrsmittel, einzelne Personen, Menschengruppen, Kinder, Menschen mit Gehhilfe etc.
Welpenfreundliche, bodennahe Geräte fördern das Selbstvertrauen des Hundes, Lokalbesuche.
Alles was der Hund jetzt kennen lernt wird ihm später nicht verunsichern.
Soziale Kontakte zu Artgenossen sind wichtig, sollen aber kurz gehalten werden und vom Trainer kontrolliert abgehalten werden. Es ist immer darauf zu achten, dass sich jedes einzelne Tier wohlfühlt. Jegliches mobben oder überfordern eines Welpen ist zielgerichtet aufzulösen 
Auch hier gilt es mit einer alten Einstellung aufzuräumen. Immer wieder kommt mir zu Ohren, dass ein Welpe auch mal „eins auf die Mütze” von einem Artgenossen bekommen muss, damit er sich benehmen lernt. Ist für mich persönlich absolut nicht haltbar und ein Widerspruch in sich: Ein Welpe soll eine Negativerfahrung machen, um sich positiv zu benehmen? Es ist meiner Meinung nach, besonders darauf zu achten, dass der Welpe keine negativen Erfahrungen mit Artgenossen macht. Daher immer nur mit wirklich welpenfreundlichen Hunden spielen lassen.
In kurzen Einheiten wird an der Aufmerksamkeit des Hundes zu seinem Halter gearbeitet.
Spielerisch und futtermotiviert lernt der Welpe die Positionen „Sitz”, „Platz”, „Steh”.
Das im Verband laufen, sprich seinem Halter nachzulaufen, wird als richtiges Verhalten belohnt.
Auch das spielerische Anlocken/Hereinrufen zum Halter wird bereits im Welpenförderkurs erarbeitet.
Im Welpenförderkurs liegt der Grundstein und die Basis. Von hier an, soll der Hund lernen, wie viel Freude es macht, mit dem Hundehalter zu kooperieren.
Entwicklung (Ontogenese) des Hundeverhaltens
Trumler

VEGETATIVE PHASE:
1. – 2. Lebenswoche 
Welpen werden blind geboren, der Geruchssinn ist noch schlecht ausgebildet. Die Zitze der Mutterhündin löst bei den Welpen Lecksaugen aus. Der Welpe hat noch kein Bedürfnis nach Sozialkontakt. Eine typische Verhaltensweise in dieser Phase ist das Kreiskriechen. Welpen bewegen sich nie geradlinig, sondern in Kreisbögen oder Kreisen. Diese Verhaltensweise verhindert, dass sich der Welpe zu weit vom Lager entfernt. Das öffnen der Augen leitet die nächste Phase ein.

ÜBERGANGSPHASE
3. Lebenswoche 
Obwohl die Augen geöffnet sind, ist die Sehfähigkeit erst mit dem 17. – 18. Lebenstag gegeben. Ab dem 17. Lebenstag belecken sich die Welpen gegenseitig. Die Welpen stoßen das Elterntier mit der Schnauze im Mundwinkel an, wodurch hervorwürgen von Nahrung ausgelöst wird. Dieses Verhalten bleibt auch noch später erhalten und wird zur Begrüßung verwendet – Hochspringen am Menschen um zum Mundwinkel zu gelangen. Diese Entwicklungsphase endet am 21. Tag. Erste Versuche der Welpen das Lager oder die Wurfkiste zu verlassen und der Mutter zu folgen.

PRÄGUNGSPHASE
4. – 7. Lebenswoche 
Die Sinnesleistungen sind voll entwickelt. Das Erkennen von Objekten ist möglich und ist die Voraussetzung, dass das Einprägen von Artgenossen und Objekten erfolgen kann. In dieser Phase ist es unbedingt notwendig, dass der Welpe Kontakt mit Artgenossen, erwachsenen Personen und Kindern hat, damit er sie später in sein Sozialverhalten mit einbeziehen kann. Unter Kontakt ist nicht die bloße Anwesenheit von Menschen zu verstehen, sondern Körperkontakt, wie Hochheben, streicheln, etc. Ist dies nicht der Fall kann es vorkommen, dass der Hund in seinem späteren Leben Angst und/oder Aggression gegenüber Artgenossen, erwachsenen Personen oder Kindern entwickelt.
Die Welpen saugen im Stehen und berühren vor dem Saugen das Gesäuge mit der Pfote = Milchtritt. Dieses Verhalten wird beibehalten = pföteln (Pfote geben). In diesem Abschnitt werden eine Reihe von Ausdrucksbewegungen und lauten gezeigt: Schwanzwedeln, Schwanzklemmen, Maulwinkelstoßen, Fellsträuben, anlegen der Ohren, knurren.
Sie lernen aggressionshemmendes Verhalten und sind sehr neugierig und lernfähig.

SOZIALISIERUNGSPHASE
8. – 14. Lebenswoche 
Die Welpen spielen viel und veranstalten Verfolgungsjagden. Das Elterntier baut Tabuspiele ein: z. B. ein Knochen wird vom Elterntier mit einem Tabu belegt. Versucht ein Welpe den Knochen zu nehmen, wird er bestraft. Entweder packt das Elterntier den Welpen und „schleudert” ihn vom Knochen weg, oder es drückt den Welpen mit offenen Fang zu Boden ohne zuzubeißen. Heftiges aufheulen oder sich auf den Rücken drehen löst eine Aggressionsblockade aus. Die Welpen lernen eine Autorität anzuerkennen.
In Kampfspielen lernen sie wie fest man zubeißen darf. Wird zu fest zugebissen, quietscht der Gebissene laut auf und wehrt ab. Weiters zum Ausdrucksverhalten kommt jetzt das Abwehrschnappen hinzu.
In diesem Lebensabschnitt wechselt der Welpe in sein neues Zuhause zu seinem künftigen Halter. Der frischgebackene Hundehalter muss sich jetzt überlegen was er später seinem Hund gestattet oder nicht. Was später nicht erlaubt ist, sollte in der Sozialisierungsphase auch nicht gestattet sein. Da der Welpe in dieser Phase sehr neugierig und lernfähig ist, kann bereits spielerisch mit einem Training begonnen werden. Es ist größter Wert darauf zu legen, dass immer nur in ganz kurzen Einheiten trainiert wird, um den Welpen nicht zu überfordern. Könnte das Wesen des Hundes dauerhaft schädigen. 

RUDELORDNUNGSPHASE
5. – 6. Lebensmonat 
Bei den Wildcaniden finden in dieser Zeit Ausflüge und Jagdspiele statt. Speziell in der Einzelhundehaltung, aber auch bei Mehrhundehaltung sollte der Halter mit seinem Junghund viel erleben und unternehmen.
Im Idealfall kommt der Welpe zwischen der 8. und 12. Lebenswoche zum künftigen Hundehalter.